Axis Plug-ins Inspektor Analyzing Suite Screenshot

Axis Plug-ins veröffentlicht die Inspektor Analyzing Suite.

Der Software Entwickler Bastian Schnürle hat in Oranienburg die Unternehmergesellschaft „Axis Plug-ins“ gegründet, um zukünftig Pro Audio Plugins in Eigenregie zu veröffentlichen.

Bastian Schnürle hat von 2006 bis 2009 scheinbar im Alleingang für Roger Nichols Digital die von Elemental Audio aufgekauften Plugins weiterentwickelt und war „Vice President, Chief Technical Officer, Chief Security Officer, Product Designer, Product Manager, DSP-, Web- und Graphic-Developer“.

Sein erstes Plugin unter der Marke Axis Plug-ins ist die Inspektor Analyzing Suite, die stark an den InspectorXL von Roger Nichols/Elemental Audio erinnert. Das Plugin bietet 23 verschiedene Ansichten zur Analyse von Audiomaterial (inkl. EBU R128) und ist in den Formaten VST, VST3, AU und RTAS für Windows und Mac OS X verfügbar.

Um am hart umkämpften Markt der Anbieter von Pro Audio Software zu bestehen, setzt Bastian Schnürle auf das Abonnement Geschäftsmodell: Für 79,- EUR erhalten Abonnenten alle Plugins und zugehörigen Updates von Axis Plug-ins für 1 Jahr.

Sollte man sich allerdings dazu entschließen das Abonnement zu kündigen, können die Plugins nach Ablauf der letzten Abonnementphase nicht mehr geladen werden. Um Probleme beim Übergang einer Abo-Phase in die nächste zu vermeiden, laufen die Plugins erst nach 14 Monaten aus.

Bastian Schnürle plant in den nächsten 2 Jahren „bis zu“ 14 Plugins unter der Marke Axis Plug-ins zu veröffentlichen.

Dem Entwickler erlaubt dieses Geschäftsmodell eine bessere Budgetplanung und sorgt dafür, dass er weniger Zeit mit seinen Finanzen und mehr Zeit mit dem Entwickeln von Software verbringen kann. Zusätzlich sorgt es für eine stetige Motivation des Entwicklers seine Produkte zu verbessern bzw. neue Produkte zu entwickeln, muss er doch seine Abonnenten langfristig zufriedenstellen.

Leider setzt Bastian Schnürle dabei auf den eLicenser Kopierschutz Dongle von Steinberg, der auch zum Ausprobieren der Demoversion benötigt wird. Im Gearslutz-Forum hat er aber bereits eine Dongle-freie Version für Ende 2012 in Aussicht gestellt (Post #23).

Bei meinen Recherchen für diesen Beitrag stieß ich auf einige interessante Netz Diskussionen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Sie lassen stark vermuten, dass sich Bastian Schnürle damals im Streit von Roger Nichols Digital trennen musste.

Scheinbar wurde ihm öffentlich vorgeworfen am 10.1.2009 illegal die Kontrolle über die Roger Nichols Digital Website und den dazugehörigen Emailverkehr übernommen zu haben.

Laut eines Kommentars zu einem Beitrag vom protoolerblog.com beruht obige Meldung aber nur auf der Frustration der Chefetage (Reinhold Probst) auf Bastian Schnürle’s Kündigung, der sich bis dahin neben der Entwicklung der Plugins und das Grafikdesign auch um den Support und um die Website kümmerte.

Was sich tatsächlich hinter den Kulissen abgespielt hat lässt sich daraus nur ansatzweise erahnen. Dass es Bastian Schnürle aber in der Vergangenheit scheinbar bereits geschafft hat über Jahre hinweg im Alleingang Plugins zu entwickeln und vertreiben, schafft Vertrauen in seine Fähigkeiten und sein Abo-Geschäftsmodell.

Die Aussicht auf die Meldung „Ihr Plugin-Abonnement ist abgelaufen – Plugin XYZ wurde deaktiviert.“ aber schreckt ab. Ersten Reaktionen im Gearslutz-Forum zu urteilen sogar so sehr, dass es Bastian Schnürle schwer haben dürfte genügend Abonnenten zu finden, damit er mit Axis Plug-ins seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

Wenn ich ein Plugin kaufe, dann will ich es dauerhaft nutzen können. Ich will Projektdateien auch nach 5 Jahren noch öffnen können, ohne Probleme mit genutzen Plugins erwarten zu müssen.

Für Updates bereits funktionierender Software aber zahle ich gerne und sogar regelmäßig – zumindest wenn ich weiß dass ich mit meiner Zahlung zukünftige Updates und die Entwicklung neuer, für mich kostenloser Software sicherstelle.

Sollte sich Bastian Schnürle dazu entschließen die Plugins auch nach Ablauf der Abophase lauffähig zu belassen und die Abonnenten nur nicht mehr mit Updates und neuen Plugins zu versorgen, dann sehe ich eine Zukunft für Axis Plug-ins.

Was haltet ihr vom Geschäftsmodell von Axis Plug-ins?

Links: Axis Plug-ins Inspektor Analyzing Suite (leider offline)

4 Kommentare
  1. Bastian Schnurle
    Bastian Schnurle says:

    Ist dir die Aussicht auf die Meldung “Ihr Plugin-Hersteller ist pleite – Plugin XYZ wird auf der nächsten Workstation nicht mehr gehen.” lieber ?

    Nimm Bias-Inc, vielleicht wäre eine kleine aber feine user group, die gerne Peak benutzt hat, bereit gewesen dafür jährlich einen Nutzungsbeitrag zu zahlen und wäre jetzt froh, dass Peak auch noch in eine paar Jahren überall läuft. Klar, die Jungs bei Bias können sich davon keinen Porsche kaufen, aber ein kleines, gesundes und stabiles Unternehmen wäre so bestimmt möglich gewesen.

    Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass es verdammt schwer ist nur über Updates und neue Produkte eine Firma am laufen zu halten. Vor allem ist das auch gefährlich, nicht für alle Updates ist jeder bereit zu zahlen und bugs auszumerzen hält von Neuentwicklungen ab. Das ist eine Spirale nach unten. Ständiges Wachstum finde ich dazu noch total bescheuert. Das entfernt die Firma von den Kunden. Jeder weiss doch aus eigener Erfahrung, eine Supportanfrage von einer grossen Firma beantwortet zu bekommen dauert Tage. Darauf habe ich keinen Bock.

    Ich bin mir nicht mal sicher wieviele Mitglieder Axis Plug-ins vertragen wird, damit alle das bekommen was Sie brauchen und wollen.

    Aber ich möchte es gerne herausfinden.

    • Nils
      Nils says:

      Ich glaube, die Laufzeitbeschränkung führt bei einem großen Teil deiner potentiellen Kaufinteressenten dazu, dass sie deine Plugins gar nicht erst ausprobieren werden. Wohingegen ich überzeugt bin, dass ohne Laufzeitbeschränkung trotzdem ein Großteil deiner Käufer Abonnenten bleiben würden (Zufriedenheit mit deinen Plugins natürlich vorausgesetzt).

      Mit der Laufzeitbeschränkung baust du eine psychologische Hürde auf, die ich als stärker als die Dongle-Hürde einschätze (und die Dongle-Hürde minimiert den Umfang deiner möglichen Abonnenten bereits erheblich).

      Klar wird es ohne Laufzeitbeschränkung auch einige Käufer geben, die sich mit der Pluginversion begnügen die sie erworben haben, und die kein Abo abschließen werden. Aber dann liegt es an dir diese Käufer durch neue Plugins / Updates mit neuen Funktionen zu überzeugen ihr Abonnement zu erneuern.

      Ich fänd’s schade wenn du dir selbst Steine in den Weg legst. Auch wenn das von dir vorgeschlagene Modell in der Theorie zu den besten Software-Ergebnissen führt, erwartest du viel Vertrauen von deinen Käufern. Würdest du die Laufzeitbeschränkung aufheben, würdest du zuerst deinen Käufern Vertrauen schenken – und im Gegenzug von einem Großteil mit Vertrauensbeweisen in Form von Abonnements belohnt werden.

  2. Bastian Schnurle
    Bastian Schnurle says:

    Ich finde du lebst immer noch im 20ten Jahrhundert was Software angeht. Bei einem Virenprogramm hat niemand ein Problem jedes Jahr sein Abonnement zu erneuern. Bei Werkzeugen zur Digitalen Tonbearbeitung schon ? Das ist mir unverständlich.
    Es gibt einfach zu viele Vorteile im Subscription-Model gegenüber dem veralteten Einzelhandels-Model. Eine einzige Lizenz für alles. Alle Software die man runterladet geht dann sofort. Man muss nicht erst irgendeinen Registrierungsmarathon vollführen. Man hatte volle Skalierbarkeit. Man zahlt für die Axis Plug-ins nur dann, wenn man Sie auch benutzten will. Und dazu kann man sich dann auch noch einmischen, wenn es um die Road-Map geht !
    Der grösste Stein den ich mir selber in den Weg werfe ist der, dass ich nicht an stetem Wachstum interessiert bin. Will heissen, dass bei einer bestimmten Mitgliederzahl, vielleicht 400, keine weiteren Lizenzen verkauft werden. Wenn die Mitglieder zustimmen, kann man auch bis vielleicht 600 Mitglieder gehen und den Beitrag auf 59,- Euro senken. Wenn ich mehr Leute einstellen möchte kann man dann vielleicht die Höchst-Mitglieder-Anzahl erhöhen, dasselbe kann man auch machen wenn man den Beitrag niedriger machen möchte.
    Nur eines ist sicher, ich habe lieber 300 zufriedene Kunden, die Lust auf einen neue Firma, in einem neuen Stil haben und freue mich darüber, jedem dieser 300 Kunden alle Wünsche erfüllen zu können die Sie bei Ihrer Arbeit an der DAW brauchen als das ich 2500 unzufriedene Kunden habe die sich die ganze Zeit beschweren.

    • Nils
      Nils says:

      Wie geschrieben, ich glaube nicht dass das Abonnement-Verfahren das Problem ist, es ist die Laufzeitbeschränkung. Solltest du die weglassen, dann könnte ich mir sogar vorstellen einen eLicenser Key zu erwerben nur um deine Software testen zu können.

      Aber die Laufzeitbeschränkung ist ein von dir künstlich auferlegter Zwang, dem ich mich nicht unterwerfen möchte.

      Lass den Leuten jederzeit die Möglichkeit zu kündigen ohne dass sie sich anschließend nach alternativen Plugins umsehen müssen, und sie werden dir treu ergeben sein.

Kommentare sind deaktiviert.