Mastering mit Bob Ludwig

Der (Un)Sinn von separaten Kopfhörermasterings & der Loudness War mit Bob Ludwig.

Der Trend zu separaten Kopfhörermischungen und -masterings begann im iTunes Store, wo er hoffentlich auch bald wieder sein Ende findet. Schließlich dient das Mastering dazu, Klangmaterial so anzupassen, dass es auf allen Wiedergabesystemen ansprechend klingt, egal ob Lautsprecher oder Kopfhörer.

Im Interview mit Chris Castle von der Huffington Post unterstreicht Bob Ludwig diese These durch weitere Argumente. Das Hauptargument gegen separate Kopfhörermischungen und -masterings ist, dass sich Kopfhörer stark voneinander unterscheiden, wie Lautsprecher auch.

Bob Ludwig ist ein allseits anerkannter Mastering Engineer, der u.a bereits mit Künstlern wie AC/DC, Jimi Hendrix, Madonna, Eric Clapton, David Bowie, Rolling Stones und Nirvana gearbeitet hat.

Was Bob Ludwig nicht anführt ist der Fakt, dass bereits 2 verschiedene Mischungen/ Masterings den Hörer zu mehr Verwaltung der eigenen Musikbibliothek nötigen. Solange wir also kein Dateiformat haben, dass mehrere Mischungen/ Masterings in 1 Datei vereint und möglichst selbständig entscheidet, welche Version abgespielt werden soll, sollten wir die Finger von separaten Mischungen lassen und uns beim Kauf von Musik immer für die „normale“ Version entscheiden.

Ein weiterer interessanter Interview-Punkt ist der Loudness-War und ein Argument von Bob Ludwig, dass bei mir in Vergessenheit geriet. Die Lautstärkeänderungen in dynamischer Musik regt das menschliche Gehör dazu an, immer wieder neue Aufmerksamkeit in das Gehörte zu legen. Wohingegen stark komprimierte Musik das Gehör dazu verleitet abzuschalten und die Musik langweiliger erscheinen lässt.

In den nächsten Tagen soll der zweite Teil des Interviews mit Bob Ludwig veröffentlicht werden, in dem Bob seine 3 größten „Don’ts“ für Klangschaffende verrät.

Links: Huffington Post: Recording Tips for the „The Loudness Wars“ mit Bob Ludwig