Digitale Musik verkaufen mit ReDigi: Gebrauchtmarkt für iTunes & Co.

Vor etwa einem Monat berichtete ich bereits über das frisch gegründete StartUp ReDigi (Recycled Digital Media). ReDigi hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, einen „Gebraucht-Markt“ für das Verkaufen von online erworbener digitaler Musik zu schaffen. In der allgemein gültigen rechtlichen Auffassung verliert digitale Musik beim Zeitpunkt ihres Kaufes den finanziellen Wert.

In der Online Ausgabe der NY-Times ist nun zu lesen, dass die RIAA (Recording Industry Association of America) gegen ReDigi vorgeht und mit rechtlichen Schritten droht.

Über die ReDigi Plattform lässt sich ausschließlich legal und online erworbene Musik verkaufen, die Songs werden laut ReDigi vom ReDigi Desktop Client automatisch gelöscht. Der Desktop Client soll auch angeschlossene Geräte nach eventuellen Kopien des Songs durchforsten, Benutzer verpflichten sich zusätzlich zum Löschen der angebotenen Songs.

Die RIAA hat ReDigi nun die Aufforderung geschickt, die Verkaufsplattform einzustellen und im Falle der Weiterführung mit rechtlichen Schritten gedroht. Rechtlich beruft sich die RIAA dabei auf das rechtlich seit langem strittige Problem, dass beim Übermitteln einer digitalen Datei an einen Empfänger eine unerlaubte Kopie angefertigt wird.

ReDigi argumentiert, dass durch das automatische Löschen der online angebotenen Songdateien erstmals ein Weg gefunden wurde, um die Rechte von Musikschaffenden eingehender zu schützen. Beim CD-Modell lassen sich schließlich problemlos Kopien anfertigen. Außerdem betont ReDigi mehrmals, dass die Rechte-Einhaltung an oberster Stelle steht.

Auch wenn ich persönlich noch keine digitale Musik erworben habe, so gebührt jedem einzelnen Song doch ein messbarer Gegenwert. Die CD/LP (die oft günstiger war als das digitale Pendent) kann man schließlich auch noch verkaufen. Nur weil Käufer digitaler Musik keinen physischen Datenträger erhalten, so steht der Preis einer CD/LP doch für den künstlerischen Inhalt, und nicht für die Verpackung.

ReDigi hat bereits angekündigt demnächst eine E-Book Verkaufsplattform zu gründen, die auf dem selben Modell basiert.

Update: Inzwischen gibt es ein erstes Urteil zum Thema „Weiterverkauf von Musikdateien“ und ReDigi -> Link.

Links: ReDigi, NY Times Artikel + Reaktion von ReDigi