Dithering Tutorial

Dithering Tutorial mit Vorher-Nachher Hörbeispielen.

In diesem Videotutorial erklärt der britische Mastering Engineer Ian Shepherd den Einfluss von Dithering auf in der Bittiefe reduzierte digitale Audiodateien.

Um den entstehenden Effekt (sogenannte Quantisierungsfehler) zu demonstrieren, hat Ian einen 1 kHz Testton in 32 Bit Floating Point erzeugt und in 8 Bit konvertiert.

Obwohl 8 Bit Dateien in der Welt der Tontechnik nur selten vorkommen, ist der Effekt hier am besten hörbar. Bei höheren Bit-Stufen ist der Effekt ebenfalls vorhanden, aber bei einem geringeren Pegel und dadurch weniger hörbar.

Im Video zu hören ist ein Vergleich des Testtons in Originalauflösung und 8 Bit, einmal mit und einmal ohne Dithering in der Bittiefe reduziert. Ian unterstützt seine Beispiele durch Frequenzanalysen, durch die das Rauschen bzw. die Verzerrungen sichtbar werden.

Stimmt’s oder nicht: „Ich muss nur Dithern, wenn ich von 24 Bit in 16 Bit konvertiere.“

Die Antwort liefert Ian Shepherd am Ende des Videos: Es stimmt nicht. Denn die meisten Audio DAWs verarbeiten Audiodateien intern in 32 Bit Floating Point. Daher gilt es auch bei Exportvorgängen zu dithern, die in 24 Bit vorgenommen zu werden.

Es sei denn natürlich, man arbeitet wie ich noch mit Pro Tools < 10, dann stimmt die Aussage doch (zumindest solange keine Effekt Plugins ins Spiel geraten, die intern bei der Effektberechnung die Bittiefe erhöhen).

Links: Ian Shepherd – Dither Or Distort

10 Kommentare
  1. Tom Dittrich
    Tom Dittrich says:

    Interessant, danke.
    Nur bieten alle meine Onboard-Dither keine 24Bit an. Meist nur 16 oder 20.
    Theoretisch müsste man sich jetzt einen 24Bit fähhigen Dihter zulegen und diesen IMMER nutzen.
    Ich fange dann mal an, alle alten Sachen neu zu bouncen ;)

  2. Hans
    Hans says:

    Ja sehr anschaulich. Aber die Version ungedithert 16 bit wurde jetzt gar nicht vorgespielt oder?
    Bei dem 8 bit Beispiel finde ich eigentlich die Version ohne Dither besser. Das Rauschen ist in dem Beispiel einfach zu krass.

    • Nils
      Nils says:

      Von dem 16 Bit ungeditherten Signal ist bei 2:53 die Frequenzanalyse zu sehen, zu hören ist leider nichts.

    • betarocker
      betarocker says:

      Ich denke das liegt wohl daran, dass das Signal im Videobeispiel einen sehr geringen Pegel hat (wohl damit man die unterschiedlichen Störsignale im Analyzer anschaulicher darstellen kann). In der Praxis ist das Rauschen dank lauterem Nutzsignal weit weniger auffällig.

  3. Hans
    Hans says:

    Genau, soweit ich es verstanden habe geht es beim Dithern ja immer nur um Signale am unteren Rand der Bit-Auflösung, also um extrem leise Signale. In diesem Bereich hat man die Wahl die Signale entweder reichlich verzerrt, aber ansonsten rauschfrei (ohne Dithering) oder fast unverzerrt, dafür aber etwas verrauscht (mit Dithering) darzustellen. Was von beidem zu bevorzugen ist hängt meiner Meinung nach sehr davon ab wie laut nun die Verzerrung bzw. das Rauschen ist.

    • Nils
      Nils says:

      Zusatz: Und um welches Instrument es sich dreht. Eine Verzerrung auf einer crunchigen E-Gitarre kommt natürlich besser an als eine Verzerrung eines akustischen Pianos.

  4. JochenG
    JochenG says:

    Die Verzerrung ist doch auch bei lauten Signalen zu hören, die ungedithert runter gerechnet werden. Das Dithering-Rauschen ist jedoch wenn überhaupt nur auf super Analgen in leisen passagen zu hören. Vorausgesetzt man dithert nur einmal während der Produktion.

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