Murfie.com - fragwürdiges Geschäftsmodell

Murfie – ein haarsträubendes Geschäftsmodell, vor dem man gewarnt sein sollte.

Heute bin ich online auf ein Internet-Startup aus den USA gestoßen, das einen haarsträubenden Weg gefunden hat um mit gebrauchten Audio-CDs Geld zu machen: Murfie.

Murfie gibt sich als Online-Plattform zum Kaufen und Verkaufen von gebrauchten CDs. Außerdem bietet Murfie an, CDs für die Besitzer zu rippen.

Um eine CD über Murfie zu verkaufen muss sie vorher zu Murfie geschickt werden. Murfie übernimmt das Porto und schickt kostenlos eine Versandbox inkl Verpackungsmaterial zu.

Nach Erhalt rippt Murfie die CD in das vom Besitzer gewünschte digitale Format und lagert die CD ein. Der Besitzer kann den Rip für 1,- USD downloaden.

Alle von Murfie gelagerten CDs können über die Murfie Website zum Kauf angeboten werden. Der Verkaufspreis wird von den Verkäufern festgelegt. Von jeder Transaktion gehen 30% an Murfie.

Erworbene CD’s lassen sich innerhalb der USA für 3,- USD von Murfie nach Hause schicken. Alternativ kann aber auch der Käufer die CD als Rip im Wunschformat für 1,- USD downloaden und die CD anschließend wieder verkaufen.

Murfie ermahnt jeden Verkäufer von CDs die digitale Variante und alle Kopien nach dem Verkauf zu löschen. Ob das aber in der Praxis eingehalten wird, wage ich zu bezweifeln. Laut einer Murfie Pressemitteilung nutzen bereits 4000 Kunden die Plattform regelmäßig und haben mehr als 120.000 CD’s verkauft. Außerdem hat Murfie laut Hypebot einen Investoren gefunden, der 1,4 Millionen USD in das im letzten Jahr gegründete Unternehmen investiert.

Die Mitgliedschaf bei Murfie ist im ersten Jahr kostenlos. Ab dem zweiten Jahr lassen sich bei mindesten 10 Murfie Transaktionen pro Jahr kostenlos bis zu 1000 CD’s bei Murfie lagern. Bei weniger Transaktionen oder mehr CDs kostet die Standardmitgliedschaft 12,- USD jährlich. Für 24,- USD jährlich lässt sich die Murfie Goldmitgliedschaft erwerben. Als Goldmitglied lassen sich die Rips aller eingesandten oder bei Murfie erworbenen CDs kostenlos downloaden.

Mit Murfie teilen sich unzählige Menschen die selbe, gebrauchte CD: Kaufen -> Downloaden -> Verkaufen -> Kaufen -> Downloaden -> …, ein Teufelskreis. Rechtlich scheint sich Murfie auf der sicheren Seite zu fühlen, schiebt Murfie die Verantwortung über das Löschen von Dateien doch auf die Nutzer. Außerdem liegt für jedes online angebotene Album eine physische CD im Murfie Hauptquartier…

Murfie – ein haarsträubendes Geschäftsmodell, das man sich angesehen haben sollte, um davor gewarnt zu sein. Unterstützt Murfie bereits das Raubkopieren? Was denkt ihr?

Links: Murfie

4 Kommentare
  1. DaSa
    DaSa says:

    „Murfie – ein haarsträubendes Geschäftsmodell, das man sich angesehen haben sollte, um davor gewarnt zu sein. Unterstützt Murfie bereits das Raubkopieren? Was denkt ihr?“

    Was hat denn das bitteschön mit RAUBKOPIEREN zu tun ????

    Nur weil man dieses Unwort ständig wiederholt wird es doch nicht besser und schon gar nicht richtiger.

    Auch wenn Du ein eifriger Verfechter des Urheberrechts bist (kommt hier und im Warez-Thread von diesem DJ so rüber), solltest Du doch nicht mit ins gleiche Horn der Musikindustrie stossen und den selben Unfug verbreiten…..

    Zu Murfie muss ich sagen, daß die eine logische weiterentwicklung aufgreifen, weg vom physischen Tonträger- hin zur virtuellen Kopie.

    Das ist grundsätzlich positiv zu sehen !!!!

    Ich als Kunde kann dann entscheiden, welches Format ich will.

    Demnach wäre ja jeder Second Hand Plattenladen auch ein Raubkopierer (oder führen die GEMA-Gebühren ab – keine Ahnung).

    Über den Weiterverkauf einer vorher von mir erworbenen CD müssen wir hier auch nicht diskutieren, das haben die Gerichte weltweit schon für uns geregelt.

    Ich verstehe nicht, warum alles verteufelt wird, wenn nicht Apple, Google, Micro$oft, Sony oder Warner dran verdient !!!

    Was daran „haarsträubend“, oder sogar RAUBKOPIEREN sein soll, ist mir ein Rätsel.

    Nix für ungut,

    DaSa

    • Nils
      Nils says:

      Hi DaSa,

      Feedback per Kommentar gefällt mir immer gut, selbst (bzw insbesondere) wenn man mich/meine Beiträge kritisiert. Denn natürlich bin auch ich nicht völlig immun gegen Werbeversprechen und lasse mich gelegentlich vom ersten Eindruck täuschen. Vorweg: Ich bin kein strikter Anti-Raubkopierer der immer und überall davon anfängt, wie schlecht Raubkopien für die Musikindustrie sind. Und ich habe mich bis heute zurückhalten können eine der vielen Grafiken zu veröffentlichen, die darstellen soll wie sehr die Musikindustrie unter Raubkopien leidet. Aber hier und da darauf hinzuweisen, dass es eben nicht normal ist sich alles illegal runterzuladen, finde ich wichtig.

      Die Entwicklung weg vom physischen Datenträger begrüße ich grundsätzlich auch, stellt die CD doch ein echtes Umweltproblem dar. Was mich bei Murfie stört, ist das Geschäftsmodell, welches um die 1,- USD Rips herum aufgebaut wurde. Das Angebot von Murfie macht für den Kunden nur dann wirklich Sinn, wenn er nach dem Kauf auf den Erhalt der physischen CD verzichtet und sich mit den 1,- USD Rips begnügt, um die CD gleich wieder zum Verkauf anzubieten.

      Letztlich reicht bei Murfie eine (1) gekaufte, physische CD aus um alle Murfie User mit dem Inhalt zu versorgen. Natürlich geht das auch mit gebrauchten CDs ohne Murfie, nur mit dem Unterschied dass die CD nicht wie bei Murfie in wenigen Minuten mehrmals den Besitzer wechseln kann. Außerdem muss sich der Benutzer selber mit dem Rippen beschäftigen und macht sich dabei vielleicht Gedanken um die Rechtmäßigkeit des Rips beim Verkaufen der CD.

      Hier wird das Gesetz bin ins letzte Detail gebeugt um unter legalem Deckmantel fröhlich an Musik zu verdienen, die Verantwortung wird dabei auf den Benutzer geschoben (der aber meistens nicht dazu fähig ist, die Gesetzeslage zu überblicken).

      Zur Raubkopie Begriffsdefinition: Wenn ich meine gekaufte CD rippe, die CD verkaufe, den Rip aber behalte, dann ist der eigentlich legale Rip zu einer Raubkopie geworden. Habe ich den Begriff aus deiner Sicht irgendwo falsch verwendet?

  2. DaSa
    DaSa says:

    Hallo Nils.

    Ich will jetz nicht jeden einezelnen Satz von Dir kommentieren, aber diese hier schon:

    ***
    Letztlich reicht bei Murfie eine (1) gekaufte, physische CD aus um alle Murfie User mit dem Inhalt zu versorgen. Natürlich geht das auch mit gebrauchten CDs ohne Murfie, nur mit dem Unterschied dass die CD nicht wie bei Murfie in wenigen Minuten mehrmals den Besitzer wechseln kann.
    ***

    Dann dürfte es keine 2´nd Hand Plattenläden mehr geben.
    Da kann ich auch 1 CD verkaufen und der nächste kauft sie – rippt – verkauft sie und der nächste kauft sie und so weiter.
    Dauert halt nur länger, ist im Ergebnis aber das Gleiche.

    Und dies Ripps fallen immer noch unter die Privatkopie !!!!!

    ***
    Außerdem muss sich der Benutzer selber mit dem Rippen beschäftigen und macht sich dabei vielleicht Gedanken um die Rechtmäßigkeit des Rips beim Verkaufen der CD.
    ***

    (-: da muss ich glatt schmunzeln :-)

    Es gibt Leute, die scannen ganze Bücher ein und laden sie ins Netz hoch.
    Wie lange dauert so ein 300-seiten Buch zu scannen, anschließend in PDF (und meist auch gleich in alle anderen EBook-Formate) zu konvertieren und es anschließend hochzuladen ?
    Bestimmt lange genug, um darüber nachzudenken, was man da grade tut….
    Ich kann ja sogar die BILD-Zeitung täglich als PDF runterladen :-0

    ***
    Hier wird das Gesetz bin ins letzte Detail gebeugt um unter legalem Deckmantel fröhlich an Musik zu verdienen, die Verantwortung wird dabei auf den Benutzer geschoben (der aber meistens nicht dazu fähig ist, die Gesetzeslage zu überblicken).
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    In dem Punkt hast Du absolut recht !!!

    aber nun zum letzten Satz von Dir

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    Zur Raubkopie Begriffsdefinition: Wenn ich meine gekaufte CD rippe, die CD verkaufe, den Rip aber behalte, dann ist der eigentlich legale Rip zu einer Raubkopie geworden.
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    NEIN !!! Und das haben glücklicherweise auch alle Gerichte bisher so entschieden.

    Umgekehrt kommts hin – ich kauf mir ne CD (rechtmäßig) -> rippe sie (rechtmäßig, solange kein Kopierschutz umgangen wird) -> und verkaufe dann den/die Ripps (DAS sind dann RAUB-Kopien).

    Solange ich die Ripps nicht verkaufe, fallen sie unter die Privatkopie !!!!!
    Und mit meiner Original-CD kann ich sowiso machen, was ich will.

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    Habe ich den Begriff aus deiner Sicht irgendwo falsch verwendet?
    ***

    JA, genau hier…

    Ich stimme Dir zu, das Murphie sich auf rechtlich dünnem Eis bewegt, aber moralisch hätte ich absolut keine Bedenken dabei.
    Letzlich nur eine Online-Form des 2´nd Hand Ladens an der Ecke.
    Natürlich ist mir als Vinylsammler der echte Plattenladen lieber, aber wir werden uns wohl auf diese Art von Online-Musikhandel einstellen können.
    Rechtlich sind sie erstmal soweit sicher und für mich als Kunden (und CD-NichtGutFinder) sind sie eine lukrative und kostengünstige Fundgrube.

    Und ganz ehrlich gesagt – ICH ZAHLE LIEBER 1$ AN MURPHIE, ALS AN ITunes !!!

    So seh´ ich das.

    DaSa

    • Nils
      Nils says:

      Hallo DaSa,

      schön dass du nochmal antwortest. Alle mir bekannten Urteile zu Privatkopien beziehen sich auf Kopien von und auf physischen Datenträgern für andere Personen. Für diese Privatkopien zahlen wir bereits beim Kauf Abgaben an die Verwertungsgesellschaften (z.B. für einen Rohling, eine Leer-Kassette, einen CD- oder DVD-Brenner). Urteile aus jüngster Vergangenheit, insbesondere zu digitalen Kopien, sind mir nicht bekannt (ich bitte um einen Link falls dir ein Urteil online bekannt sein sollte).

      Auch wenn das im Murfie Falle eher unwichtig ist: Ein wichtiger Knackpunkt der Privatkopie ist, dass zu der weitergebenden Person mehr als nur eine flüchtige Bekanntschaft bestehen muss. Und selbst dann wurde die Privatkopie auf max. 7 Personen pro Datenträger begrenzt.

      Wer plant eine CD zu verkaufen, sie vorher aber noch als „Privatkopie“ rippt (oder rippen lässt), der handelt nach meiner Auffassung vorsätzlich. Selbst wenn Gerichte anders urteilen sollten bzw geurteilt haben, nach meinem moralischen Verständnis sollte das nicht erlaubt sein.

      Ich kann mir auch nicht vorstellen dass ein Gericht ein solches Vorgehen wohlwollend auffasst, insbesondere wenn derjenige als Klangschaffender arbeiten sollte. Noch wird vor Gericht bei Raub- bzw Privatkopien von Fall zu Fall entschieden.

      Zum Plattenladen: Stell dir vor dein lokaler Plattenladen führt den neuen Dienst ein dir für 0,79 EUR deine frisch erworbene CD zu rippen und die CD in Kommision gleich wieder für dich zu verkaufen. Noch besser: Der Rip wurde bereits angefertigt, und zwar in jedem Format und in jeder gewünschten Qualitätsstufe, du musst nach dem „CD-Kauf“ also nicht mal mehr auf deinen Rip warten. Glaubst du wirklich, dass das lange gut gehen würde?

      Dass es immer Hardcore-Ripper ohne schlechtes Gewissen geben wird ist mir klar, handeln sie doch zumeist aus dem Wunsch a) Online-Respekt anderer Ripper zu erhalten oder b) Geld durch Werbe-/Scameinnahmen zu verdienen. Aber auch die werden sich hoffentlich gelegentlich mal am Kopf kratzen und sich fragen, ob das richtig ist was sie tun. Vielleicht dient sogar unsere kleine Unterhaltung als Nachdenk-Auslöser für einen Privatkopierer ;)

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