Roehrenmikrofon Temperatur Tests von recordinghacks.com

Röhrenmikrofone verkehrt herum positionieren: Richtig oder falsch?

Wann immer man sich Bilder von Vocal-Aufnahmen im Tonstudio ansieht, finden sich auch solche, in denen das Mikrofon verkehrt herum hängt.

Im Zuge der Modifizierung eines Röhrenmikrofons ging Matthew McGlynn der Frage auf den Grund, ob die am häufigsten zu hörende Erklärung „Das verlängert die Lebenszeit von Röhrenmikrofonen und sorgt für einen besseren Klang, weil die Abwärme der Röhre nicht mehr auf die Membran trifft“ auch wirklich zutrifft.

Die Ergebnisse seiner Tests und der Befragung der beiden Mikrofonexperten David Royer (Royer Labs) und Dr. Charles Chen (Lauten Audio) hat Matthew McGlynn zusammengefasst in einem Artikel auf recordinghacks.com veröffentlicht.

Gemeinsam mit den Experten kommt er zu dem Fazit, dass die obige Aussage zutrifft, allerdings mit Einschränkungen:

  • Der klangliche Unterschied den der Temperaturanstieg einer Röhre in der Mikrofonkapsel durch Erhöhen der Membranspannung bewirken kann ist extrem gering und kann sich sowohl negativ als auch positiv auswirken.
  • Verkürzungen der Lebenszeit eines Röhrenmikrofons resultieren vorwiegend aus Hitzeschäden an der Platine (genauer: an den Elektrolytkondensatoren auf der Platine).
  • Mikrofone mit Subminiaturröhre können frei positioniert werden, ohne dass eine Verkürzung der Lebenszeit zu erwarten ist.
  • Nur Mikrofone mit einer Dual-Triode Röhren (z.B. die 12AX7 Röhre) könnten von einer umgekehrten Position profitieren, abhängig von der Position der Röhre zur Platine (bzw. der Position der Elektrolytkondensatoren auf der Platine) und dem Mikrofongehäuse.

Der Artikel von Matthew McGlynn ist sehr empfehlenswert und mit Zitaten der Mikrofonexperten versehen.

Update vom 19. Dezember 2012 um 21:06 Uhr: Leider wurde der Original-Artikel zu früh veröffentlicht und inzwischen wieder versteckt. Auf Nachfrage konnte Matt von recordinghacks nicht sagen, ob er nochmal erscheint.

Links: Matthew McGlynn – Your tube mic is upside down (offline)

1 Antwort
  1. Rouven
    Rouven says:

    Kleiner Tip von mir aus der Psychokiste: für Sänger ist es meistens psychologisch einfacher „nach oben“ in ein Mikro zu singen. Wenn sie das Gefühl haben die klänge gehen nach „oben weg“ hat das oft eine Verbesserung des Stimmsitzes zur folge.

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