Sound Radix Pi

Sound Radix veröffentlicht das Phasendreh-Plugin Pi: Automatisiert, dynamisch und in Echtzeit.

Sound Radix hat das Plugin Pi veröffentlicht, dass Phasenprobleme durch die Summierung von Einzelspuren im Mix beseitigen will, in dem es dynamisch die Phasen der Einzelspuren einander anpasst.

Das Wort Phasenprobleme gilt als Oberbegriff für sich überlagernde Frequenzbereiche, die zu Frequenzabsenkungen, -auslöschungen und/oder -verstärkungen führen können. Obwohl der Begriff Phasenprobleme klar negativ behaftet ist, so können insbesondere Verstärkungen den Klang eines Instruments auch bereichern.

Den Frequenzveränderungen durch Phasenüberlagerung (mit einem Fokus auf Auslöschungen) soll Pi selbständig auf die Schliche kommen. Dazu wird Pi auf allen Einzelspuren geladen, bei denen man untereinander Probleme vermutet (z.B. Bassdrum und Bass), aber auch alle Spuren des Projekts sind erlaubt und eine vom Entwickler empfohlene Anwendungsvariante.

Nach dem Laden der benötigten Plugin-Instanzen und dem Anpassen einiger Grundeinstellungen arbeitet Pi automatisiert, nicht einmal Sidechaining-Einstellungen müssen vorgenommen werden. Zum Erzielen besserer Ergebnisse lassen sich die Einzelspuren in den Pi-Instanzen noch zu Gruppen zusammenführen.

Nur um das nochmal zu verdeutlichen: Die Plugin-Instanzen von Pi analysieren die Frequenzspektren der Einzelspuren um dann automatisiert, koordiniert, dynamisch und in Echtzeit die Phasen der Einzelspuren zu drehen und einander anzupassen.

Dabei soll Pi die bekannten Auto-Align Tools nicht ersetzen sondern erweitern, obwohl sich Pi laut Anleitung auch für das Angleichen mehrerer Mikrofonsignale wie z.B. bei einer Schlagzeug- oder Piano-Mikrofonierung eignen soll.

Sound Radix hat einige Vorher-Nachher-Beispiele veröffentlicht, die sich nur durch die Phasendrehungen voneinander in der Lautstärke unterscheiden:

Sound Radix Pi ist kompatibel mit Windows und Mac OS X und unterstützt die Pluginformate VST, RTAS und AU. Zum Ausprobieren steht eine 30 Tage lauffähige Demoversion zum Download bereit.

Aktuell ist Pi zur Einführung für 180,- USD erhältlich, Besitzer einer anderen Software-Lizenz von Sound Radix erhalten Pi für 150,- USD. Ab dem 1. Januar 2013 kostet Pi regulär 240,- USD.

Update vom 29. November 2012 um 20:28 Uhr: Felix Baarß hat für Delamar.de ein empfehlenswertes Tutorial zum Thema Phasenverschiebung veröffentlicht.

Links: Sound Radix Pi

2 Kommentare
  1. Greg
    Greg says:

    Ich habs getestet u. ich muß sagen, ich bin etwas unschlüssig darüber wie ich es beurteilen soll…
    Die Idee ist grundsätzlich gut, nur weiß ich nicht ob ich bereit bin auf jedem Kanal ein solches Plug-In zu setzen,das dauernd in Echzeit irgendwas rechnet.
    Also ich möchte nur Werkzeuge verwenden von denen ich genau weiß was sie tun.
    Ich hab – z.B. von einer Multitrack-Schlagzeugaufnahme – dieselbe klangliche Verbesseerung erreicht, indem ich einfach die einzelnen Tracks untereinander durch samplegenaues verschieben angepaßt habe.

    • Nils
      Nils says:

      Pi soll seine Stärken erst im gesamten Projekt, also beim Zusammenspiel von Schlagzeug mit weiteren Instrumenten ausspielen können. Wenn du eh gerade testest, probier doch mal Pi auf allen Instrumentenspuren im Projekt zu laden und exportiere die Stereosumme. Anschließend nochmal die Stereosumme ohne Pi, so dass du 2 Dateien zum Vergleichen hast.

      Das Echtzeitproblem ließe sich umgehen, in dem man die von Pi korrigierten Einzelspuren exportiert und mit den exportierten Spuren weiterarbeitet.

Kommentare sind deaktiviert.