Sampling erlaubt oder nicht

Teilerfolg vor dem Verfassungsgericht für Moses Pelham im Sampling-Streit mit Kraftwerk.

Der Musiker und Produzent Moses Pelham hat im seit über einem Jahrzehnt andauernden Rechtsstreit um die Verwendung einer Tonsequenz von Kraftwerk vor dem Bundesverfassungsgericht einen Teilerfolg landen können, indem die bisherigen Urteile des Bundesgerichtshofes für hinfällig erklärt wurden.

Der Rechtsstreit begann, nachdem Moses Pelham im Jahre 1997 zwei Sekunden des Kraftwerk-Songs „Metall auf Metall“ sampelte und es ungefragt im von ihm produzierten Song „Nur mir“ von Sabrina Setlur integrierte. In der Frage, ob das Sampling erlaubt sei und so ein kurzer Soundschnipsel eine Klärung der Nutzungsrechte bedarf, erhielt Ralf Hütter, einer der Gründungsmitglieder von Kraftwerk, in allen Urteilen durch die Instanzen nebst des Revisionsprozesses vor dem Bundesgerichtshof Recht.

Als der Bundesgerichtshof 2012 im Unterlassungsverfahren entschied „Nur mir“ aus dem Handel entfernen zu lassen, reichte Pelham mit einigen Mitstreitern Klage ein. In dieser Verfassungsbeschwerde kam Ferdinand Kirchhof vom Bundesverfassungsgericht jedoch zu der Auffassung, dass „Nur mir“ ein eigenes Kunstwerk darstellt und Kraftwerk kein finanzieller Schaden entstanden sei. Ein Verbot würde „die Schaffung von Musikstücken einer bestimmten Stilrichtung praktisch ausschließen“, sodass der Fall zurück an den Bundesgerichtshof geschickt wird.

In diesem Video erklärt die Rechtsanwaltskanzlei Wilde Beuger Solmecke nochmal alle Details zum Urteil:

Update 2.6.2016: Heise.de eine lesenswerte Analyse zum Sampling-Urteil von Kai Schwirzke veröffentlicht.

Links: Heise.de – Moses P vs Kraftwerk, Kanzlei WBS, Kai Schwirzke über das Urteil im Fall Moses P vs Kraftwerk