Arturia V-Collection 5

Testbericht: Arturia V-Collection 5.

Die neue V-Collection 5 von Arturia verspricht tolle neue Instrumente, verbesserte Bedienoberflächen und perfekte Emulationen von Keyboardklassikern, deren Funktionsumfang im Vergleich zur Vorgängerversion erheblich weiterentwickelt wurde.

Auf den ersten Blick ist die sicherlich interessanteste Neuerung die Addition von fünf neuen Instrumenten. In der V-Collection 5 sind, neben den Keyboards der vorherigen Version, Emulationen von Hammond B3 und Farfisa Orgeln, ein Rhodes und verschiedene Pianos sowie eine Emulation des Synclaviers.

Doch das ist selbstverständlich nicht alles. Die übrigen zwölf Instrumente, unter anderem Emulationen von Keyboards wie dem Arp 2600, Minimoog, Oberheim SEM, CS-80 oder Jupiter-8, wurden mit neuen Features ausgestattet. Die Erweiterungen der einzelnen Instrumente ermöglichen Soundgestaltungen, die weit über die Möglichkeiten der jeweiligen original Hardware hinaus reicht.

Die Bedienoberflächen der Instrumente wurden überarbeitet und bieten 4K-Auflösung und Skalierungsoptionen. An der Übersichtlichkeit der Synthesizer mit vielen Einstellungsmöglichkeiten, wie dem Modular V, wurde viel verbessert. Die Möglichkeit die Fenstergröße anzupassen ist unglaublich hilfreich.

Das bisher etwas unübersichtliche Presetsystem wurde ebenfalls überarbeitet. Der neue Browser sortiert Presets nach Name, Typ oder auch Charaktereigenschaften.

Die neuen Instrumente im Überblick:

B-3 V: Die Hammond B-3 und Leslie Speaker Emulation klingt fantastisch. Die Effektpedals ermöglichen es alle klassischen Hammond Sounds abzudecken.

Farfisa V: Die bereits zweite Transistororgel von Arturia ist optimal geeignet um den Sound der 1960er Jahre einzufangen. Doch es bleibt nicht nur bei Orgelklängen – Arturia hat obendrein noch eine Synthesizersektion spendiert.

Piano V: Die neun Flügel und Klaviere, die in Piano V enthalten sind, basieren nicht auf Samples, sondern auf Physical Modeling. Klingt gut und spielt sich sehr angenehm.

Stage-73 V: Die Rhodes Emulation basiert, wie die Pianos auch, auf Physical Modeling. Wählbar sind zwei verschiedene Modelle: Stage und Suitcase, die sich klanglich deutlich unterscheiden. Die Röhrenverstärker Emulation und Effektpedale sorgen für interessante Klanggestaltungsmöglichkeiten.

Synclavier V: Das Synclavier fusionierte Anfang der 1980er FM Synthese mit additiver Synthese und ermöglicht interessantes Sounddesign mit klassisch zeitgenössischem Charme.

Arturia V-Collection 5

Der neue Presetbrowser: Das eher unübersichtliche Presetmenü der vorherigen Versionen wurde grundlegend überarbeitet. Alle Instrumente bieten jetzt gut lesbare und vor allem einheitliche Menüs, um durch die Presets zu navigieren. Das Presetsystem im neuen Analog Lab 2 wurde ebenfalls erweitert. Sounds lassen sich anhand ihrer Namen suchen oder an ihrem Klangcharakter. So findet man schnell passende Sounds oder Inspiration. Eigene Presets können ebenfalls in die Liste integriert und mit Kommentaren versehen werden.

Die V-Collection 5 bietet 17 erstklassige Instrumente, die viele verschiedene Klangfarben und Synthesearten abdecken. Die Möglichkeit so viele heißbegehrte Keyboards in seinem Studio zu haben und dafür vergleichsweise so wenig Geld zu bezahlen ist fantastisch.

Klanglich sind die Arturia Emulationen ganz weit vorne. Ob analoge oder digitale Synthesizer oder die auf Physical Modeling basierenden „echten“ Instrumente – wirklich alle Produkte in diesem Bundle klingen hervorragend.

Wer bereits die V-Collection 4 besitzt und sich noch nicht ganz sicher ist, ob ein paar neue Instrumente das Upgrade wert sind, der wird mit Sicherheit spätestens bei den Workflow Verbesserungen überzeugt sein. Die 5000 mitgelieferten Presets bieten auch Syntheseneulingen die Möglichkeit unzählige Musikstücke zu produzieren.

Den einzigen Minuspunkt, den ich ansprechen möchte, ist, dass Spark 2 nicht mehr Teil der V-Collection ist. Wer von Version 4 upgraded, kann Spark 2 natürlich trotzdem problemlos weiter nutzen.

Die Arturia V-Collection 5 ist für Windows (ab Version 7) und Mac OS X (ab 10.8) verfügbar. Die Instrumente können im Standalone Betrieb sowie in den Formaten AAX, VST, VST3 und AU in allen gängigen DAWs betrieben werden. Das NKS Format von Native Instruments wird ebenfalls nativ unterstützt.

Erhältlich ist die V-Collection 5 momentan zum Einführungspreis von 399,- EUR. Ab dem 30. Juni 2016 wird die V-Collection 5 zum regulären Preis von 499,- EUR erhältlich sein. Kunden, die bereits eine frühere V-Collection Lizenz besitzen, können für 199,- EUR auf Version 5 upgraden.

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